P O L L Y   C O U R T N E Y

Author of Golden Handcuffs and the forthcoming Poles Apart

 

 

 

 

Polly's press & media appearances

 

 

 

Poles Apart: A New Novel

The Messenger, 2008

Women Inc.

Netherlands, 2007

Seksisme in the City

Volkskrant Banen, 2007

Der Grosse Geldregen

Stern Magazin, 2007

Rediscover your Passion - Go It Alone

City AM, 2007

Med Hand-Jern i City

Dagens Naeringsliv, 2007

Finansmiljøet i London - et Jobbhelvete

Karrierlink.no, 2007

Fear and Loathing in the Heart of the city

Cambridge Evening News, 2006

Beyond the City Limits

Guardian, 2006

Unlocking my Golden Handcuffs

The LSE Beaver, 2006

Sexism in the City

Metro, 2006

De Gouden Boeien van de City

FEM Business, 2006

Sexism and the City

Euromoney, 2006

My Glittering City Career Turned into Golden Handcuffs

Daily Express, 2006

Do Women Really Get a Raw Deal in the City?

Evenings Standard, 2006

My High Flying City Job was not worth a Life of Misery

Observer, 2006

Recruitment: A Degree of Attraction

FT, 2005

Der Treibstoff von London

Berliner Zeitung

24th February 2007

 

Keine Vorschriften, kein Protektionismus, keine Fremdenfeindlichkeit - Warum Londons Finanzmeile heute fast so boomt wie zu Queen Victorias Zeiten

Sabine Rennefanz

 

Ein Fluss aus Scheiteln, Trenchcoats, Anzügen und Aktenkoffern quillt aus dem Untergrund. Wenn man morgens halb neun vor dem Ausgang der Bank-Station am Themse-Ufer stehen bleibt, wird man sofort als Außenseiter identifiziert. Jeder hat es eilig. Man wird mit einem verdrucksten "Fuck" oder "God Damn" fortgeschoben oder -gestoßen. Die Menschen wirken entschlossen, sich durch nichts und niemanden vom Weg an den Schreibtisch abbringen zu lassen, die Lippen aufeinandergepresst, die Augen auf einen imaginären Punkt geheftet. Wahrscheinlich könnten Kate und Will, der Prinz und seine Freundin, hier stehen und knutschen, die Gesichter würden unbeweglich an ihnen vorbeimarschieren.

Man trägt blau, grau, schwarz. Und Nadelstreifen. "Daran erkennt man den Londoner Banker in der ganzen Welt", sagt Mark C. J. Stafford. Seine Firma Ede und Ravenscroft hat die Roben der Könige und Königinnen im 17. Jahrhundert geschneidert, jetzt kleidet er in seinem Geschäft in der Gracechurch Street den Geldadel ein. Er kann an der Breite der Streifen erkennen, für welche Bank ihr Träger arbeitet. "Alte Privatbanken haben ihren eigenen Stil." Darunter trägt der Banker Hemden in Pastelltönen, rosa, orange, blau. Niemals weiß, das ist zu amerikanisch. Frauen lassen sich zwei Schlitze in ihre Jacketts nähen, wie sie in Herrenjacken üblich sind. "Sonst werden sie nicht ernst genommen in der City", sagt der Schneider.

Die City. Welche andere Stadt als die City of London könnte damit gemeint sein. Es ist eine Stadt in der Stadt. Mit eigener Polizei und Bürgermeister. Im 18. Jahrhundert liefen auf dem Quadratkilometer zwischen Tower und Temple Bar die Nervenstränge des Empires zusammen. In den Palästen von Threadneedle Street und Victoria Street ballte sich die Macht, in der Square Mile wurden die Erlöse aus den Kaffeeplantagen in Brasilien und den Minen in Südafrika gezählt.

Inzwischen prägt die Skyline der "City" die ganze Stadt. Die "City" wächst in alle Himmelsrichtungen, selbst nach oben. Nicht mal der Himmel ist das Limit.

Im Osten, am Canary Wharf, ragen die glänzenden Bürotürme amerikanischer Banken in die Höhe. Bislang wurden die Wolkenkratzer nur als Bürogebäude genutzt, abends flohen die Banker in die Vororte oder die feinen Villenviertel Chelsea und Knightsbridge. Am Wochenende ähnelte Canary Wharf einem Geisterviertel. Ein neues Projekt namens "Pan Peninsula" soll nun die Halbinsel beleben: Das Architektenbüro Skidmore, Owings and Merrill, das die Twin Towers von Kuala Lumpur errichtet hat, baut zwei neue Wolkenkratzer mit Luxuswohnungen über fünfzig Etagen. Es sollen die höchsten Gebäude Europas sein. Allein die Einrichtung des Maklerbüros hat eine Million Pfund gekostet, war in der Times zu lesen: Es ist ein Boot, das auf der Themse schwimmt, von hier aus kann man die im Bau befindlichen Riesen von allen Seiten begutachten.

2009 sollen die ersten Bewohner einziehen, wahrscheinlich Amerikaner, Japaner, Chinesen, die daran gewöhnt sind, in die eigenen vier Wände hoch hinaus zu fahren. Auch in der traditionellen Square Mile wachsen immer mehr Wolkenkratzer aus dem Boden. Erst kam der Gherkin, das Gürkchen, wie die Londoner liebevoll den Bau eines Schweizer Versicherungsriesen nennen. Weitere Hochhäuser wie das Willis Building sind im Bau.

Morgens halb neun im "Wolseley". Unter Marmorsäulen und riesigen Kronleuchtern frühstücken Fondsmanager neben Film- und Medienstars. Die Kellner sind diskret, der Service makellos. Das Edelcafé, neben dem feinen Ritz-Hotel gelegen, ist zum inoffiziellen Morgentreffpunkt der Banker geworden, die sich rund um den Prachtboulevard Piccadilly angesiedelt haben. "Frühstück ist der neue Lunch", sagt James Rutter, Redakteur des Branchenblatts Financial News.

Früher hätte ein Lunch in der City zwei, drei Stunden gedauert. Mit Wein und Whisky. Dafür ist heute keine Zeit mehr. Es geht darum, die Energieaufnahme mit dem Geschäftemachen möglichst effizient zu verbinden. Bloß keine Zeit verlieren. Nichts ist dafür besser als ein englisches Frühstück, diese Eiweiß-und Kohlenhydrate-Bombe aus Eiern, Würstchen, Blutwurst, Toast. Man trinkt Kaffee. Einen verklärten Kopf können sich die Banker nicht leisten.

In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr der neuartigen Hedge-Fonds-Gesellschaften im Stadtteil St. James zwischen Piccadilly Circus und Green Park angesiedelt - weg von der Square Mile, weg vom Establishment, hin zum alten Reichtum. Um die Ecke wohnt Elisabeth, die Queen. Und auch Abramowitsch, der Kaiser von Chelsea, dem Fußballklub. Geld zieht immer wieder Geld an.

Hedge-Fonds-Manager sehen sich als Finanzdienstleister neuen Schlages, sozusagen die Actionstars der Branche, sie setzen auf Risiko, spielen hoch und riskieren viel.

Wie der Franzose Matthieu. Er hat als Bedingung für das Treffen genannt, dass er seinen vollen Namen nicht preisgibt. Wie bei den meisten Kollegen enthält sein Vertrag eine Schweigeklausel. Matthieu, Trader an der Terminbörse, kam vor drei Jahren aus Paris nach London. Er war damals 25. Er bekam einen Anruf eines Headhunters, der ihn zu einer amerikanischen Bank nach London bringen wollte. Matthieu sagte zu - wegen der niedrigen Steuern im Königreich. Bei Mineralwasser und Caesar-Salat berichtet er von seinem Arbeitstag.

Mit durchschnittlich zwölf Arbeitsstunden am Tag gehört sein Job zu den ruhigeren. Er kommt morgens um sieben ins Büro. Da kann er noch zwei Stunden mit Asien telefonieren. Er prüft die Computerbildschirme, die die Kursentwicklungen wie Fieberkurven nachzeichnen. Über den Tag muss er blitzschnell Entscheidungen treffen. Drei Stellen hinter dem Komma richtig berechnen. Kaufen oder Verkaufen. Russisches Erdöl. Kakao. Argentinien-Bonds. Klingt hektisch und laut. Doch Matthieu sagt, er schreie nie. Das sei ein Klischee aus Filmen wie "Wall Street". Er hat eine dünne, fast mädchenhafte Stimme. Er sagt, sein Job sei kein Job. "Sondern Leidenschaft." Eine Leidenschaft, die man messen kann: 100 000 Pfund habe er kürzlich verdient. An einem Tag. Das ist fast dreimal soviel wie der durchschnittliche Brite in einem Jahr verdient. "Das war der schönste Tag in meinem Leben."

Er lächelt zum ersten Mal.

Wenn man einmal soviel verdient hat, will man mehr. Immer mehr. Schließlich gibt es immer jemand anders, der noch besser ist als man selbst. Matthieu erzählt von einem gewissen Laurie Inman, er sagt, Inman sei der Star der Szene. 25 Jahre alt. Verdiente letztes Jahr 700 000 Dollar am Tag für seine Firma. "So gut möchte ich auch sein", sagt Matthieu.

Wohin die Gewinne fließen, sieht man in der Bond Street, der einst verblassten Einkaufsstraße. Die Modehäuser Prada und Ralph Lauren haben jüngst neue Flaggschiff-Läden eröffnet, ebenso die Diamantenhändler Tiffany und DeBeers. Bond Street setzt inzwischen mehr um als New Yorks Fifth Avenue, schätzt Finanzjournalist Rutter.

In den achtziger Jahren hatte es noch so ausgesehen, als würde die Londoner City hinter die New Yorker Wall Street zurückfallen. Selbst Anfang der neunziger Jahre fragte man sich noch beunruhigt, ob Frankfurt mit der Europäischen Zentralbank möglicherweise ein ernsthafter Konkurrent sein könnte. Inzwischen lässt London in vielen Geschäften New York hinter sich. Die Börse profitiert vom Wachstum in Osteuropa, Russland, China, Indien. Das sind alles Länder, die zunehmend Unternehmen an die Londoner Börse bringen und Geschäfte und Reichtum an die Themse fließen lassen. Es ist fast wieder wie zu Queen Victorias Zeiten, als London die Hauptstadt der Welt war.

Die Geburt des modernen Finanzplatzes London kann man auf einen Oktobertag im Jahre 1986 zurückführen. Damals traten vereinfachte Regeln für die Börse in Kraft. Sie erleichterten neuen Unternehmen den Eintritt. Der Handel auf dem Parkett wich dem elektronischen Handel. Die altmodische Wertpapieraufsicht machte einer modernen effizienten Behörde, der Financial Services Authority, Platz. Die Maßnahmen hatten so einen großen Einfluss, dass die Banker heute vom "Big Bang" sprechen, dem Urknall. Der Big Bang öffnete den bislang verschlafenen Handelsplatz.

"Die Offenheit, der freie Handel sind die Schlüssel zu Londons Erfolg. Es gibt keinen Protektionismus, keine Fremdenfeindlichkeit", sagt John Stuttard. Sein offizieller Titel lautet Lord Mayor, Herr Bürgermeister, aber seine Aufgaben gehen weit über die eines klassischen Bürgermeisters hinaus. Er ist eine Art Botschafter für die Londoner City in der ganzen Welt. Er sitzt im prächtigen Mansion House, dem Stadtpalast mitten in der Square Mile, mit Blick auf die Themse. Es ist ein prachtvolles Haus, dessen Toilette schon größer ist als die Durchschnittswohnung des Londoners.

Es ist zehn Uhr, und der Herr Bürgermeister hat schon den japanischen Staatsminister für Finanzen empfangen. Gleich kommt ein Diplomat aus Ghana. Mit dem wird Stuttard über den Jahrestag zur Unabhängigkeit sprechen. Dazwischen ist noch Zeit für ein Interview.

Stuttard, 61, hat die Sehnsucht nach dem Neuen, die Entdeckerlust, immer wieder nach draußen getrieben. Aus der kargen nordenglischen Industriestadt Burnley nach Cambridge, als Student nach Brunei als freiwillige Lehrkraft. Später baute er britische Firmen in aller Welt auf. Zuletzt war er fünf Jahre lang in China. Er genießt seinen neuen Job sichtlich, auch wenn er über "Schlafmangel" klagt.

Stuttard personifiziert quasi das, was Londons City groß gemacht hat, die Offenheit, die ständige Lust, sich neu zu erfinden. Woher das kommt? "Das hat historische und kulturelle Gründe. Seit Jahrhunderten drängen die Briten von ihrer kleinen Insel in der Nordsee in die Welt. Wir haben von Anfang an verstanden, dass wir nur durch freien Handel überleben." Vorschriften, Regulierung, das sind Worte, die der Engländer generell nicht mag.

Die Marktöffnung geht so weit, dass inzwischen die Londoner Stock Exchange (LSE) selbst ein Übernahmeobjekt geworden ist. 2,7 Milliarden Pfund hat der amerikanische Börsenbetreiber Nasdaq geboten. Die London Stock Exchange wehrt sich noch, aber Nasdaq hat seinen Anteil bereits auf knapp ein Drittel erhöht. Wenn die amerikanische Börse durchkommt, würde eine der ältesten Institutionen Großbritanniens amerikanisch. Es wäre Globalisierung total. Es ist nichts, wovor die Briten so sehr Angst haben, dass sie plötzlich Barrieren um ihre kleine Insel errichten würde.

Die City zieht immerhin die Wirtschaft insgesamt mit. Die Finanzindustrie allein in der Square Mile trägt rund 2,5 Prozent zur inländischen Wirtschaftskraft bei. London insgesamt generiert fast ein Fünftel der Wertschöpfung. Die City ist der größte und wichtigste Arbeitgeber in der britischen Hauptstadt.

Durch den Übernahmeboom im vergangenen Jahr kassierten die Manager so große Bonuszahlungen wie noch nie. Im vergangenen Jahr sollen dreitausend Managern jeweils 1,5 Millionen Euro ausgezahlt worden sein. Zusätzlich zu den Gehältern. Einzelne Manager bekommen bis zu 100 Millionen Euro überwiesen. Das sind Summen, die vor zwanzig Jahren nicht mal Bankdirektoren erhalten haben. Die Gelder sind oft Fesseln. Der Wettbewerb um die Besten in der City ist hart. Wer seinen Star halten will, muss ihn gut bezahlen.

Wie sehr der neue Geldadel der City das Land verändert, zeigt die Rich List der Sunday Times, die die Zeitung jährlich zusammenstellt: Inzwischen stellen Banker und Finanzmanager ein Drittel der Reichen. Ihre Namen sind oft nur Insidern bekannt. Wie zum Beispiel Michael Sherwood, er hat sich mit einem durchschnittlichen Abschluss der unauffälligen Uni Manchester zum Europachef von Goldman Sachs hochgearbeitet und ist einer der einflussreichsten Männer der Londoner City. Er ist 39 Jahre alt und geschätzte 170 Millionen Pfund schwer.

Männer wie Sherwood sind inzwischen fast zu einer Ausnahme in London geworden. Die City wird immer mehr von Nicht-Engländern dominiert. 40 Prozent aller Mitarbeiter kommen aus dem Ausland. Der Ehrgeiz, besser zu sein als der nächste, das ist der Treibstoff der City. "Deshalb zieht London die besten und ehrgeizigsten Köpfe aus aller Welt an", sagt Lord Mayor Stuttard. Die City, Stadt der Gewinner.

Das Leben in der City ist wie eine ewige Schleife dieses alten Werbespots, mein Haus, mein Auto, mein Boot. "Die Banker sind ganz normale Durchschnittsbürger", sagt Finanz-New-Mann Rutter. "Wenn sie zu Geld kommen, investieren sie in Immobilien und Autos, wie jeder andere auch." Nur dass die Immobilie kein Häuschen am Stadtrand ist, sondern eine komplett modernisierte georgianische Villa am feinen Eaton Square, mit eingebautem Swimmingpool, Kinosaal und ausreichend Garagen. Dort wohnt auch Madonna. Und Mrs. Thatcher. In der Garage sollte mindestens ein Porsche Boxster stehen, Pflichteinkauf beim Erhalt des ersten Bonus. Vielleicht noch ein Aston Martin oder das Bentleys Coupé, der neueste Hit unter den Bankern. Man mag global verdienen, aber gekauft wird britisch.

"Man will den andern immer übertrumpfen", sagt James Rutter. "Beim Verdienen wie beim Ausgeben." Doch was kaufen diejenigen, die schon alles haben; die daran gewöhnt sind, für eine Flasche Champagner tausend Pfund auszugeben? Es ist ein Problem, behauptet Rutter. Ein Problem, auf das sein Verlag eine Antwort gefunden hat. Ein Magazin namens "Brummell" wie Beau Brummell, der berühmte Urtyp des britischen Gentleman, das sich an den Banker wendet, der schon alles hat. In "Brummell" liest man von Abenteuerreisen im Kanu den Amazonas hoch (10 000 Pfund für fünf Tage), von Perlen für die Liebste (14 000 Pfund), von maßgeschneiderten Schuhen von Berluti aus Paris, wie sie schon Frank Sinatra trug (12 000 Pfund) und von dem schnellsten Bugatti der Welt (1 000 000 Pfund).

Journalist Rutter erzählt von einem Bekannten, der neun Ferraris in der Garage stehen hatte. Sie hatten Kennzeichen mit seinen Initialen von Eins bis Neun. Dann wollte er den zehnten Ferrari kaufen, die perfekte Ergänzung für seine Sammlung. Doch "JD10" war als Kennzeichen nicht mehr zu haben. Der Banker sei am Boden zerstört gewesen angesichts derartigen Unglücks.

Matthieu, den Franzosen, könnte man demnach fast als knauserig beschreiben. Er hat sich von seinem ersten Bonus nur einen bescheidenen BMW gekauft, und er lebt zur Miete. Er sagt, er findet es ungerecht, dass die Banker in der City so beneidet werden. Es gibt keinen Kündigungsschutz, keine Sicherheit, keinen Betriebsrat. Fehler werden sofort bestraft: "Wenn ich morgen einen schlechten Deal mache, fliege ich raus." Den Druck hält man nicht ewig aus.

Die meisten Banker sind mit 40 reif für die Rente. Matthieu hofft, dass er bis 35 genug verdient hat. Genug, schätzt er, das sind zwanzig, dreißig Millionen. Er sagt die Zahlen, als bedeuteten sie nichts.

Polly Courtney sitzt in einem Londoner Hotel und zupft den Minirock zurecht. Sie ist zum Interview gekommen, als wolle sie in einen Nachtklub. Mit Minirock und hohen Stiefeln. Wallendes braunes Haar. Alles an ihr wirkt selbstbewusst, energisch, effizient. Sie ist eine der wenigen, die etwas Schlechtes über die City sagen. Wer sich normalerweise zu beschweren hat, zumal als Frau, der klagt gleich.

Polly Courtney, 26 Jahre alt, hat einen klassischen Weg zur Verarbeitung ihrer Erfahrungen gewählt, sie hat ein Buch über die City geschrieben. Es geht um eine begabte junge Frau Anfang 20 namens Abigail, die direkt von der Uni von einer renommierten amerikanischen Investmentfirma angeworben wird. Sie hätte ihren Traumjob gefunden, dachte sie. In Wahrheit hat sie sich in Handschellen legen lassen, in goldene Handschellen. Genauso hat Polly Courtney auch ihr Buch genannt. Es soll ein Roman sein, aber es wird klar, dass Polly Abigail ist und die Bank ihr ehemaliger Arbeitgeber. Polly Courtney beschreibt die City als altmodische Institution, ein bisschen Armeekaserne, ein bisschen Herrenklub.

Sie sagt, sie sei erschrocken gewesen, welche simplen Aufgaben man ihr, der Ingenieurin mit dem Diplom der renommierten Cambridge Universität, übertragen hätte: Zahlenkolonnen erstellen, Rechtschreibung checken. "Selbst ein Affe könnte das erledigen." Sie fühlte sich unterfordert und gleichzeitig überfordert. Wenn sie etwas in Meetings sagte, hörten alle weg. Trotz 75 000 Euro Einstiegsgehalt befand sie: "Es ist eine fiese Welt. Die City verändert die Persönlichkeit." Sie erinnert sich an den Banker, der seinen Bonus von 100 000 Pfund verächtlich eine Wohltätigkeitsspende nannte. Oder an den Krebspatienten, der nach einer Chemotherapie gleich wieder ins Büro kam.

Sie klagt über die langen Arbeitszeiten. 80 Stunden pro Woche waren die Norm. Wer bis elf Uhr nachts blieb, durfte auf Firmenkosten mit dem Taxi nach Hause fahren. Also blieben alle bis elf. Wer über Nacht blieb, bekam ein kostenloses sauberes Hemd. Ihre Beziehungen zerbrachen, weil sie nie Zeit hatte. Sie erinnert sich, wie sie oft nachts zu Hause telefonisch geweckt wurde, um in die Firma zu kommen.

Nach einem Jahr gab sie auf und kündigte. Heute arbeitet Polly Courtney als freiberufliche Beraterin. Sie verdient weniger. "Aber ich bin glücklich", sagt sie.

 

 

Polly's TV & Radio appearances

Poles Apart: A New Slant

Chronicle, 2008

Bankieren in the City

Vacature, 2007

From Engineer to Investment Banker to Novelist

The Fountain, 2007

Der Treibstoff Von London

Berliner Zeitung Magazin, 2007

I Know the Pressure Matthew was Under

Grazia, 2007

Un Salaire Tres Cher Paye

Glamour France, 2007

I Sold My Soul to the City - then Wanted it Back

Grazia, 2006

Gouden handboeien in de City

Het Financieele Dagblad, 2006

Banker Novel Shows it's not all Success in the City

Reuters, 2006

Londonkarriärens Baksida

Realtid.se, 2006

Women at Work

Guardian, 2006

 

Golden Handcuffs

CityLife, 2006

 

The Billionaire Boys

Daily Express, 2006

 

Taste of High Life in City can Seduce Interns

FT, 2006

 

City Woman who quit City over Sexism admits Lapdancing

Daily Mail, 2006

 

 

 

 

 

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